KI, KI Use Cases und Daten 2025: Der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit

VonDr. Oliver Laitenberger,Dr. David Bauder
Technology Transformation, Artikel

#AI2025 #AgenticAI #GenAI #ResponsibleAI #AI-TOM

Das Jahr 2025 hat mit einem Paukenschlag begonnen: 500 Milliarden US-Dollar für Stargate (die KI-Initiative, nicht die Science-Fiction-Serie aus den 90ern), Chinas „Deepseek“ und die damit verbundene Hysterie, die NVIDIA (kurzzeitig) allein im Januar 600 Milliarden Börsenwert gekostet hat.

Was bedeuten diese Schlagzeilen für Entscheider in deutschen Unternehmen? 2025 ist ein Jahr der Weichenstellungen. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob KI relevant ist, sondern wie sie gezielt Mehrwert schafft. Die Technologie entwickelt sich rasant, doch der entscheidende Erfolgsfaktor sind nicht Algorithmen oder Rechenleistung, sondern Menschen, die KI mutig und klug einsetzen.

Erfolgsfaktoren für zukunftsfähige Geschäftsmodelle und breiten Einsatz von KI Use Cases

Unternehmen sichern sich mit KI nicht nur Effizienzgewinne, sondern nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Die technologische Entwicklung bleibt dabei rapide: Agentic AI, Responsible AI und Generative AI sind wichtige Transmissionsriemen für Geschäftsmodelle. Eine universelle „One-Size-Fits-All“-Lösung gibt es nicht – jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden. Doch eine bewährte Herangehensweise kann helfen, die Transformation gezielt zu steuern:

  1. KI Use Cases erfolgreich umsetzen und skalieren – Bestehende und neue Anwendungsfälle weiterentwickeln und skalieren, um konkreten Nutzen zu generieren.
  2. KI-Lieferfähigkeit sicherstellen – Ein robustes KI-Operating-Modell ist entscheidend, um Innovationen nicht nur anzustoßen, sondern langfristig erfolgreich umzusetzen.
  3. Generierten Nutzen sichtbar und spürbar machen – KI darf keine abstrakte Strategie bleiben. Sie muss sich in echtem Mehrwert für Kundinnen und Kunden, effizienteren Prozessen und neuen Geschäftsmodellen niederschlagen.

Dieses Jahr wird wegweisend sein – für Unternehmen, die KI strategisch und verantwortungsvoll in ihre Geschäftsmodelle integrieren.

KI Use Cases weiter erfolgreich umsetzen

Anwendungsfälle werden sich über nahezu alle Unternehmensbereiche erstrecken – von Planung und Steuerung, Betrugs- und Risikoerkennung, Pricing, Prognosen bis hin zu Predictive Maintenance. Drei Fokusthemen werden in 2025 aber besonders relevant sein: Agentic AI, Responsible AI und GenAI.

Agentic AI: Hierbei handelt es sich um KI-Systeme, die selbstständig Entscheidungen treffen und in Echtzeit handeln – mit oder ohne menschliches Eingreifen. Im Jahr 2025 werden Unternehmen zunehmend vor der Hürde stehen, diese Technologie in komplexe Geschäftsprozesse wie Planung, Steuerung und Automatisierung zu integrieren.

Agentic AI verspricht mehr Effizienz und Agilität, da sie auf Echtzeit reagiert und proaktiv entscheidet. Dieser Vorteil bringt Herausforderungen mit sich: Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie die Kontrolle über diese Technologien behalten und klare Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen definieren. Ganz im Sinne des in Kraft getretenen AI-Acts. Die Integration von Agentic AI in Geschäftsprozesse erfordert ein durchdachtes Governance-Modell, das den Nutzen maximiert und gleichzeitig mögliche Risiken minimiert.

Responsible AI: Mit der zunehmenden Verbreitung von KI steigt der Druck, Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und ethisch vertretbar zu gestalten.  Insbesondere in stark regulierten Branchen wie dem Finanzdienstleistungssektor wird es im Jahr 2025 immer wichtiger, dass Unternehmen ihre KI-basierte Entscheidungsfindung klar und nachvollziehbar darstellen können. Die Anforderungen an Explainability sind entscheidend, um das Vertrauen von KI-Anwendern sicherzustellen – und damit die Akzeptanz von KI-Systemen.

Generative AI: Und ja – Generative KI (GenAI) wird ihren Siegeszug fortsetzen. Diese Technologie hat bereits 2024 ihr beeindruckendes Automatisierungspotenzial gezeigt. In 2025 gilt es, erfolgreiche PoCs und Use Cases zu professionalisieren, zu skalieren und natürlich Anwendungsfälle zu erweitern. Risikobereitschaft wird belohnt. Textlastige, interne Unternehmensprozesse eignen sich besonders gut für GenAI und bieten eine ideale Basis, um Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln. Doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Und die Akzeptanz der Realität ist das Gebot der Stunde: GenAI wird genutzt und zwar von vielen Mitarbeitenden quer durch alle Branchen. Entweder über ein intern angebotenes System oder zum Beispiel über ein „mit zur Arbeit gebrachtes“ ChatGPT.

2025 wird das Jahr sein, in dem Unternehmen den Einsatz von GenAI aktiv steuern müssen – nicht nur verbieten oder tolerieren. Ein durchdachtes Konzept stellt sicher, dass Innovation und Sicherheit Hand in Hand gehen.

KI-Lieferfähigkeit sicherstellen – Der Schlüssel zum Erfolg

Viele Unternehmen setzen KI derzeit nur punktuell ein, etwa in einzelnen Anwendungsfällen wie Chatbots oder ausgewählten automatisierten Prozessen. Ein Proof of Concept (PoC) kann technisch erfolgreich sein, bleibt aber ohne die richtige Struktur ein isoliertes Experiment – ohne nachhaltigen Nutzen. Was fehlt? Ein durchdachtes KI-Operating-Modell, das sicherstellt, dass KI langfristig und strategisch integriert wird. Ein solches Modell stellt sicher, dass KI-Systeme nahtlos in die Geschäftsstrategie integriert werden.

Technologien und Daten: Jede erfolgreiche KI-Strategie beginnt mit einer robusten Datenarchitektur und leistungsfähigen Infrastruktur – für verlässliche KI-Modelle ist das unerlässlich.

Strukturen und Prozesse: Eine klare Governance und definierte Verantwortlichkeiten sind entscheidend, um die Integration von KI in die Geschäftsprozesse effizient zu gestalten.

Erwartungen und Ziele: Nur wenn Unternehmen klare KPIs (Key Performance Indikatoren) definieren, kann der tatsächliche Nutzen von KI für das Unternehmen messbar gemacht werden.

Change Management und Akzeptanz: Sinnvolle, effektive und wohldosiert Prozessveränderungen durch KI-Systeme mit einem entsprechenden Maß an „Explainability“ sind der Schlüssel zur Akzeptanz in der Belegschaft und darüber hinaus.

KI kann weit mehr als nur punktuelle Effizienzsteigerungen liefern – vorausgesetzt, Unternehmen schaffen die richtigen Rahmenbedingungen. Entscheidend ist ein starkes KI-Operating-Modell, das darüber bestimmt, ob eine Organisation ihre KI-Strategie erfolgreich skaliert oder in der Experimentierphase stecken bleibt.

Generierten Nutzen messbar machen und realisieren

Warum ist Nutzenmessung entscheidend? Zum einen sind für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz signifikante Investitionen erforderlich. Hier stellt sich die Frage, ab wann diese gerechtfertigt sind. Zum anderen schafft eine solide Nutzenmessung Vertrauen in die Technologie – intern bei Führungskräften und Mitarbeitenden, extern bei Investoren, Partnern und Kunden. Sie zeigt, wo KI einen echten Unterschied macht, wo nachjustiert werden muss und wo Investitionen besser in andere Technologien fließen sollten.

Was bringt KI im täglichen Geschäft? Hier muss zwischen einer „Multi-Purpose“-KI wie zum Beispiel ChatGPT und spezifischen KI-Anwendungen (z. T. als Add-on in den originären Systemen) unterschieden werden. Da der positive Effekt bei einer Multi-Purpose-KI sehr schnell in einer Organisation diffundiert, ist ein pauschaler Ansatz zur Nutzenbewertung und -realisierung praktikabel. Beispielsweise kann die Reduktion operativer Kosten oder die Effizienzsteigerung – gegebenenfalls differenziert nach Geschäftsbereichen – als erster Indikator dienen.

Für spezifische KI-Anwendungen lässt sich der Nutzen mit Hilfe von Key Performance Indikatoren (KPI) durchaus differenzierter betrachten. Dabei spielen drei KPI-Dimensionen eine Schlüsselrolle:

Finanzielle KPIs: „Output“ wird zum direkt messbaren „Outcome“. Finanzielle Vorteile sind wohl das stärkste Argument für die Wirksamkeit von KI – so naheliegend dies auch sein mag.

Operative KPIs: Effizienzsteigerungen und Prozessverbesserungen durch KI, zum Beispiel in Form von schnelleren Bearbeitungszeiten durch Automatisierung oder auch Fehlerreduktion, sind wichtige Kennzahlen – Entlastung ist klar messbar!

Kundenzentrierte KPIs: Die Akzeptanz von KI aus Endkundensicht zeigt sich zum Beispiel in verbesserten Conversion Rates oder einem höheren Customer Lifetime Value (CLV). Kombiniert mit qualitativem Feedback ist eine mehrdimensionale Betrachtung möglich.

Am Ende ist eins klar: Jenseits des Hypes kostet KI Geld und erfordert zunächst ein entsprechendes finanzielles Engagement des Unternehmens. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten muss dem ein messbarer Nutzen gegenüberstehen. Dafür gibt es nicht die Lösung aus dem Schrank, sondern es bedarf genügend Fingerspitzengefühl und Entschlossenheit, um nicht gleich jede Innovation bereits im Keim zu ersticken.

Fazit: 2025 – Jetzt zählt entschlossenes Handeln

Die großen Weichen für KI sind gestellt – weltweit. Ob in den USA, China oder Europa: Die Politik hat die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz längst erkannt und sich auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt. Für Unternehmen heißt das: Die Spielregeln ändern sich. Wer KI nicht nur als Trend, sondern als strategischen Wachstumstreiber begreift, kann sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Es wird sich auch zeigen, welche Unternehmen den Anschluss verlieren, weil sie zu lange gezögert haben.

Vereinzelte Pilotprojekte, wie sie bisher üblich waren, reichen nicht mehr aus. Jetzt geht es um Skalierung, Effizienz und den messbaren Mehrwert von KI im Geschäftsalltag.  Die gezielte Identifikation von KI Use Cases ist dabei der entscheidenden Hebel, um Potenziale voll auszuschöpfen. Unternehmen, die bereits 2024 konsequent investiert haben, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Für diejenigen, die KI bisher nur punktuell getestet haben, wird 2025 zur Bewährungsprobe: Wie schnell lässt sich der Rückstand aufholen? Wie lassen sich Erkenntnisse anderer Unternehmen nutzen? Und vor allem – wie wird KI zu einem echten Werttreiber?

Diese Transformation gelingt nicht im Alleingang und erst recht nicht im Elfenbeinturm. Die Einführung und Skalierung von KI erfordert ein starkes Netzwerk von Partnern, die alle Facetten der KI-Transformation abdecken – von Technologie und Dateninfrastruktur über Governance und Change Management bis hin zu ethischen und regulatorischen Anforderungen.

Nicht Aktionismus und blinde Hektik sind gefragt, sondern eine durchdachte Strategie. Unternehmen, die sich auf die richtigen KI-Anwendungsfälle konzentrieren, datenbasiert priorisieren und den Erfolg konsequent messen, werden 2025 nicht nur aufholen – sie werden nachhaltig profitieren.

Die Zeit des Zögerns ist vorbei. 2025 wird das Jahr der entschlossenen Umsetzung. Jetzt zählt, wer KI nicht nur testet, sondern sie als echten Gamechanger nutzt – mit Mut, Strategie und den richtigen Partnern.

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