Working Capital Optimierung mittels Process Analytics

VonDr. habil. Matthias Georg Will,Dr. Philipp Herrmann,Dr. Benedikt Hirthammer
Industriegüter, Whitepaper

Industrieunternehmen stehen unter ständigem Druck, ihre Liquidität zu verbessern und gebundenes Kapital freizusetzen. Mit unserer neuen 3-teiligen Serie zur Working Capital Optimierung zeigen wir praxisnah, wie wir im Rahmen unserer Projekte Process Analytics verwenden um finanzielle Spielräume zu vergrößern und Prozesse zu verschlanken.

In jedem Teil dieser Serie widmen wir uns einem der drei zentralen Bestandteile des Working Capitals und beleuchten, wie gezielte Maßnahmen zur Optimierung beitragen können. Anhand praxisnaher Beispiele aus realen Projekten zeigen wir, welche wesentlichen Hebel zur Effizienzsteigerung genutzt werden können – sei es im Bereich der Accounts Receivable, der Accounts Payable und der Inventories.

Unser Projektansatz folgt einem klar strukturierten und praxiserprobten Prozess von der datengetriebenen Analyse zu maßgeschneiderten und von der Organisation getragener Maßnahmen (inkl. Buy-in der Verantwortlichen). Dabei können wir wechselseitige Abhängigkeiten durch unseren Process-Mining-Ansatz bereichsübergreifend aufzeigen und bewerten.

Wie funktioniert die daten-getriebene Accounts Receivable Optimierung?

Im ersten Teil dieser Serie stehen die Accounts Receivable im Fokus. Diese spielen eine entscheidende Rolle für das Working Capital, da sie direkt die Liquidität eines Unternehmens beeinflussen. Lange Zahlungsfristen oder offene Forderungen binden Kapital, das für Investitionen oder andere operative Zwecke genutzt werden könnte. Durch eine schnellere Rechnungsstellung, die Optimierung der Zahlungsziele und ein effizientes Forderungsmanagements können Unternehmen ihre Kapitalbindungsdauer deutlich reduzieren, die Liquidität erhöhen und finanzielle Flexibilität gewinnen. So wird nicht nur die finanzielle Stabilität verbessert, sondern auch die Grundlage für nachhaltiges Wachstum geschaffen. Effiziente Prozesse im Bereich der Accounts Receivable sind daher ein wesentlicher Hebel für die Optimierung des gesamten Working Capitals.

Nach der Analyse werden die identifizierten Hebel in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Unternehmen priorisiert und konkretisiert. Ziel ist es, Maßnahmen nicht nur theoretisch festzulegen, sondern sie praxisnah auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens abzustimmen. Durch die Abstimmung mit den für die Umsetzung verantwortlichen Personen wird sichergestellt, dass die Maßnahmen umfassend akzeptiert werden und nachhaltig Wirkung zeigen – für eine messbare Verbesserung der Liquidität und Prozesseffizienz.

Als Gesamtergebnis unserer Projekte entsteht so ein abgestimmtes Programm mit nachvollziehbaren und bestätigten Potentialen, die durch die Organisation getragen werden.

Daten-getrieben lässt sich auch die Accounts-Payable-Seite des Working Capitals nachhaltig verbessern

Im zweiten Teil dieser Serie stehen die Accounts Payable (AP) als weiterer wichtiger Hebel zur Optimierung des Working Capitals im Mittelpunkt. Während bei den Accounts Receivable die rechtzeitige Rechnungsstellung und pünktliche Zahlung der Kunden im Vordergrund stehen, zielt die Optimierung der AP auf die strategische Nutzung von Zahlungszielen ab. 

Mittels Process Mining wird vollständige Transparenz entlang der gesamten Prozesskette geschaffen. Dies ermöglicht es, Prozessengpässe und Abweichungen im Accounts-Payable-Prozess frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Zudem ermöglicht der Ansatz eine umfassende datengetriebene Lieferantenanalyse für die Verhandlung neuer Zahlungsbedingungen. Für kleinere Lieferanten bietet eine KI-gestützte Verhandlung der Zahlungsfristen hohes Potenzial. Ein weiterer wesentlicher Hebel für die Optimierung des Working Capitals sind die Vermeidung verfrühter Zahlungen sowie die Automatisierung der Rechnungsprüfung

Im Rahmen unserer Projekte realisieren wir regelmäßig eine Erhöhung der "Days Payable Outstanding" (DPO) um bis zu 40 % und setzen somit ein erhebliches Liquiditätspotenzial frei. Unsere datengetriebene Herangehensweise generiert nicht nur kurzfristige Cashflow-Vorteile, sondern unterstützt auch eine nachhaltige Effizienzsteigerung in den Prozessen.

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