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Girokonto: Der Weg zum optimalen Kartenportfolio
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Die girocard ist nach wie vor zentrales Element und Anker des Girokontos. Als „Gesicht der Bank“ für ihre KundInnen vereint die girocard wichtige Vorteile. So ist sie im Kartenmarkt , was ausgegebene Karten und Akzeptanzstellen betrifft, und auch durch ihre Bekanntheit flächendeckend etabliert. Doch die girocard weist auch Einschränkungen auf.
Funktionslücken etwa müssen durch ein Co-Badge auf der Karte oder durch weitere Kartenprodukte ausgeglichen werden. Durch das Auslaufen des Maestro Systems und den Roll-out neuer Co-Badge-Produkte wie Debit Mastercard oder Visa Debit steigt das Kannibalisierungsrisiko im Kartenportfolio der Finanzinstitute.
Der Retail CBDC wird oft als digitales Gegenstück zu Banknoten und Münzen betrachtet und ermöglicht direkte Transaktionen zwischen Personen oder Unternehmen ohne Vermittlung durch Banken oder andere Finanzintermediäre. Der Wholesale CBDC hingegen bezieht sich auf eine digitale Währung, die von der Zentralbank ausschließlich für den Einsatz zwischen Finanzinstituten und großen institutionellen Marktteilnehmern entwickelt wurde. Diese Form der Transaktion von Zentralbankgeld ist nicht neu und wurde bereits Ende der 1990er Jahre durch die europäischen TARGET-Dienste (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) eingeführt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) untersucht derzeit, wie neue Entwicklungen wie DLT mit den bestehenden TARGET-Diensten interagieren können, um diese effizienter zu gestalten. Mögliche Verbesserungen könnten eine beschleunigte Abwicklungsgeschwindigkeit, transparentere Transaktionen, Finanzstabilität, Skalierbarkeit von systemübergreifenden Transaktionen und ein verbessertes Risikomanagement umfassen. Die genaue Höhe der potenziellen Steigerungen hängt jedoch von den tatsächlichen Anwendungsfällen im Markt und möglichen Konsolidierungstendenzen bei den DLT-Plattformen ab, wie Fabio Panetta (EZB) bereits im Jahr 2022 betonte. [1]
Auch andere Zentralbanken evaluieren derzeit mögliche Effizienzsteigerungen durch die Integration von DLT in bestehende Wholesale CBDC. In einer aktuellen Stellungnahme vom 26. Juni 2023 kündigte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, die Pilotierung eines digitalen Wholesale CBDC des Schweizer Franken für das laufende Kalenderjahr an, um echte Transaktionen mit realen Anwendungsfällen zu testen. [2]
KARTENPORTFOLIO TRENNSCHÄRFER POSITIONIEREN
Zwar hat die Zwei-Karten-Strategie nach wie vor ihre Berechtigung, auch um weiterhin den Auslandseinsatz und digitale Transaktionen möglich machen zu können. Doch um das Kannibalisierungsrisiko zu reduzieren, ist eine produkt- und preisseitige Prüfung des Kartenportfolios nötig. Zudem müssen die veränderten Anforderungen von KundInnen und HändlerInnen berücksichtigt werden.
Girocard auf der einen Seite und Debit-, Prepaid- oder Kreditkarten auf der anderen müssen zukünftig trennschärfer positioniert werden. Eine Analyse der Kundengruppen und ihrer Bedürfnisse hilft, das Leistungsangebot der Karten im Portfolio von Finanzinstituten exakt einzugrenzen. Dadurch können Ertragspotenziale optimal ausgeschöpft werden.
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Mehr zum optimierten Kartenportfolio sowie zu unserem „Quick Check“ lesen Sie in unserem E-Paper. Wie es gelingt, Preisbereitschaften von KundInnen rund ums Girokonto auszuschöpfen, finden Sie in einer weiteren Publikation von Horn & Company zum Thema.